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Geschossbau mit Ziegelfassaden aus Kleinformaten

50-Millionen-Projekt: Freistaat Bayern lässt 253 Beamtenwohnungen in München errichten
Blick auf die neuen Gebäude nachts
Die nächtliche Beleuchtung unterstreicht die lebendig wirkende Fassadengliederung der Wohnanlage für Staatsbedienstete in München-Nymphenburg. Foto: UNIPOR Ziegel, München.












Klein aber fein: Der traditionelle Mauerwerksbau mit kleinformatigen Blockziegeln stellt für den Geschossbau eine umweltschonende und werterhaltende Wandlösung dar.

Ein Beweis dafür sind die Fassaden einer harmonisch in die Umgebung eingebundenen Wohnanlage für Staats-bedienstete in München, die jetzt fertig gestellt wurde. Der eingesetzte Unipor-Blockziegel (Druckfestigkeitsklasse 6 DF) mit einer Höhe von 11,3 Zentimetern beugt Putzrissen vor und erlaubt ohne Ausgleichschicht Wandhöhen sowie Fassaden-Öffnungen im Oktametermaß. Im Verbund mit einem 2-DF-Hochlochziegel bei einer Wanddicke von 49 Zentimetern trägt er auch ohne WDV-System entscheidend zum Niedrigenergie-Standard der Gebäude bei.

Die Wohnanlage befindet sich im Baugebiet "In den Kirschen" im Münchner Stadtteil Nymphenburg zwischen Kapuzinerhölzl und Franz-Schrank-Strasse. Zehn viergeschossige Gebäude und insgesamt 253 Wohneinheiten verschiedener Größe verteilen sich u-förmig auf dem Gelände der ehemaligen Versuchsanstalt für Boden- und Pflanzenkultur.

Lebendige Fassadengestaltung

Der Münchner Architekt Anwar Atta ließ sich bei der Gestaltung der einzelnen Gebäude auch von der vorhandenen Bausubstanz der näheren Umgebung wie dem Krankenhaus Dritter Orden und Schloss Nymphenburg inspirieren.

Natursteinähnliche Farbtöne und rustikale Putzstrukturen geben den Fassaden ein historisches Erscheinungsbild. Vor- bzw. Rücksprünge sorgen zusammen mit den großzügig bemessenen Balkonen der Obergeschosse für eine lebendig wirkende Fassadengliederung. Gauben lockern die Dachfläche der Walmdächer auf und ermöglichen hohen Tageslichteinfall in den ausgebauten Dachgeschossen. Die grünen Fensterläden setzen optisch landestypische Akzente.

Lebendige Fassaden

Ein besonderes Merkmal stellt die weitgehend autofreie Erschließung durch Rad- und Fußwege dar. Da die Anlage nur über die Ostseite des rund 6,2 Hektar großen Grundstücks an das Straßennetz angebunden ist, fällt kein Durchgangsverkehr an. 272 Tiefgaragenplätze sorgen für ausreichend Parkmöglichkeiten im Untergrund.

Nachhaltiges Bauen als Unternehmensmotto

Bauherr ist die Gesellschaft für den Staatsbediensteten-wohnungsbau in Bayern mbH. Die "Stadibau" unterstützt seit 1975 den Freistaat Bayern im Bereich der staatlichen Wohnungsfürsorge durch den Bau und die Bewirtschaftung von Wohnungen für Staatsbedienstete. Bei diesem Projekt beauftragte das Unternehmen die DKB Wohnungsbau und Stadtentwicklung GmbH aus München mit der Projektleitung und Baubetreuung.

Die Stadibau fühlt sich nicht erst seit der UN-Umweltschutz-Konferenz in Rio 1992 dem nachhaltigen Bauen verpflichtet. Ein wesentliches Element ihrer Unternehmensphilosophie ist die Schonung der natürlichen Ressourcen für kommende Generationen. Sowohl beim Neubau als auch bei der Sanierung ihrer "alten" Wohngebäude wird deshalb von der Stadibau bei der Gebäudeplanung und Auswahl der Baustoffe besonderer Wert auf hohe Langlebigkeit und Energieeffizienz gelegt.

Es ist deshalb keine Überraschung, dass sich der Bauherr auch bei diesem Projekt für die Ziegelbauweise entschied. Langlebigkeit und geringer Energieverbrauch sind Forderungen, die der Naturbaustoff Ziegel in hohem Maße erfüllt. Die Lebensdauer von Ziegeln ist nahezu unbegrenzt.

Die in ausreichenden Mengen verfügbaren Rohstoffe werden werksnah abgebaut und dank moderner Anlagentechnik ressourcenschonend sowie energiesparend in das Endprodukt Ziegel umgesetzt. Ziegel sind zudem bei Gebäude-Abbruch ohne Belastung der Umwelt und ohne großen Aufbereitungsaufwand wiederverwertbar.

Einschalig im Ziegelverbund

Zum Bild: Großzüge Dachfenster und ein offenes Treppenhaus ermöglichen hohen Tageslichteinfall.

UNIPOR

Einschalig im Ziegelverbund

Der Bauherr forderte für die Außenwände ein einschaliges Mauerwerk aus kleinformatigen Ziegeln. In Abstimmung mit dem Architekten wurde der porosierte Babyblock-Zahnziegel von Unipor ausgewählt.

Einschalig im Ziegelverbund

Zum Bild: Klein aber fein: Kleinformatige „Babyblock-Zahnziegel“ von Unipor sorgen für die hohe Qualität des Mauerwerks.
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Der Babyblock-Zahnziegel verknüpft aufgrund seiner Porosierung und des Lochbildes traditionelle Ziegelmaße (L=247mm, B=365mm, H=113mm) mit den bauphysikalischen Vorteilen eines modernen Wand-baustoffes, wie beispielsweise hohe Wärmespeicherfähigkeit und effektiver Schallschutz.

Angesichts der Wandtiefe von 49 cm ergab sich pro Lage ein in Leichtmörtel verlegter Ziegelverbund aus dem 6-DF-Blockziegel und einem 2-DF-Hochlochziegel mit gleicher Rohdichte sowie Steinfestigkeitsklasse (0,8/8). Der 2-DF-Ziegel wurde von Lage zu Lage abwechselnd auf der Innen- bzw. Außenseite der Wand verlegt.

Die Verzahnung der Stein-Längsseiten erlaubte in Wandrichtung eine Knirschverlegung der Ziegel ohne Stoßfugenvermörtelung. Das Aufmauern der Außenwände erfolgte dabei in traditioneller "Binder und Läufer"-Bauweise, bei der die Ziegel abwechselnd mit Stirn- oder Längsseite aufeinander verlegt werden. Aufgrund des Gewichtes von 7,2 Kilogramm ließ sich der Ziegel von den Maurern der für den Rohbau zuständigen Mickan-Bau-Gesellschaft aus Amberg problemlos per Hand verlegen. Normale Arbeitshubbühnen reichten aus, um eine zügige Mauerwerkserstellung zu gewährleisten.

Das hergestellte Qualitäts-Mauerwerk bot einen optimalen Untergrund für Außen- und Innenputz. Um Putzrissen vorzubeugen, entschied man sich beim Außenputz für einen zweilagigen Putz, der Verformungsspannungen ausgleicht. Der 20 Millimeter dicke Unterputz besteht aus einem faserverstärkten, mineralischen Leichtputz. Er ist wie der Ziegel diffusionsoffen und nach Aushärtung besonders frostsicher und witterungsbeständig. Den Oberputz bildete ein fünf Millimeter dicker, mineralischer Edelputz, der als Kellenspritzwurf aufgetragen wurde und so für eine rustikal aussehende Putzoberfläche sorgte.

Familiengerechtes Umfeld

Anlässlich des Richtfestes im September 2005 lobte der bayerische Finanzminister Kurt Falthauser in seiner Ansprache neben der Architektur besonders die familiengerechte Konzeption des rund 50 Millionen Euro wertigen Projektes. Gerade Familien mit geringem und sogar mittlerem Einkommen finden in München kaum bezahlbaren Wohnraum. Sie wohnen oft weit außerhalb der Stadt und müssen lange Anfahrten zu ihrem Arbeitsplatz in Kauf nehmen. 84 Prozent der Wohnungen in der Wohnanlage "In den Kirschen" haben deshalb drei oder mehr Zimmer und sind als Familien-Domizile geeignet. Zudem verfügt die Anlage über eine gut ausgestattete Kindertagesstätte mit einem Kindergarten, einer Hortgruppe und einer Kinderkrippe.

Auch dank der Lage im Grünen und der günstigen Nahverkehrsanbindung an die Münchner City stellt sich die Vermietung der Wohneinheiten in der inzwischen fertiggestellten Anlage als unproblematisch dar. Staatsbedienstete mit einem geringen Einkommen erhalten bei der Miete einen Preisnachlass von zwei Euro pro Quadratmeter.

Autor: Dipl.-Ing. Hans-Gerd Heye


Bautafel
 
Objektadresse: Wohnanlage "In den Kirschen", München-Nymphenburg

Bauherr: Stadibau, Gesellschaft für Staatbediensteten Wohnungsbau in Bayern, 80804 München

Baubetreuung: DKB Wohnungsbau und Stadtentwicklung GmbH, 80335 München

Planung: Dr. Ing. Architekt BDA Anwar Atta, 80336 München

Freiflächengestaltung: Landschaftsarchitektin BDLA Monika Müller, 81371 München

Rohbauausführung: Mickan General-Bau-Gesellschaft, 92224 Amberg

Bauweise: massiv aus UNIPOR-Ziegeln

Ziegel-Lieferant: Ziegelwerke Leipfinger-Bader KG Puttenhausen, 84048 Mainburg, Mitglied der UNIPOR-Gruppe

Rohbauzeit: September 2004 bis April 2006

Außenwandvolumen: 1.800 Kubikmeter
Fertigstellung: Ende 2006.
Panorama der neuen WohnanlageFügt sich stimmig in die Umgebung ein: Die Wohnanlage für Staatsbedienstete im Münchener Stadtteil Nymphenburg umfasst zehn viergeschossige Gebäude mit insgesamt 253 Wohnungen. Foto: UNIPOR Ziegel, München.

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